This post was published originally in the intranet wiki of the Head Quarter (VZG) Common Library Union (GBV). Some friends asked me to make it accessible for them. To import the confluence post to wordpress one can just copy the html source code.

Bei dem Event für Entwicklung von Digitalen Repositories trafen sich dieses Jahr ca. 500 Teilnehmer aus aller Welt in  Southampton (UK) (Homepage der Konferenz) . Wer am Montag anreiste, konnte in der Dämmerung noch einen Spaziergang durch die (Hafen-)Stadt machen und ein paar eher zu dunkel geratene Fotos schießen (von hier aus startete unter anderem die Titanic).  Danach blieb wenig Zeit, der Bus holte die Teilnehmer um 8:30 vom Hotel ab, ab 9:00 dann zahlreiche Vorträge und abends die ergänzenden Veranstaltungen und Gespräche, gegen 11 p.m. trudelte man dann noch zu ein paar Ale oder Bitter im Hotel ein. Der 30min Nachtmarsch von der Uni, wo die Veranstaltungen stattfanden, zum Hotel war da eine willkommene Abwechslung zum sonst vorherrschenden Dauersitzen in Vorlesungssälen, deren Ausstattung eindeutig aus Zeiten vor der großen Laptopflut stammt.

Hier einige meiner inhaltlichen, sicher subjektiv-selektiven Eindrücke, teilweise mit Links teilweise aus dem Bauch oder Gedächtnis, gerne auch als Grundlage einer mündlichen Diskussion. Wer Details nachlesen möchte sei auf das Repository der Konferenz verwiesen.

  • Die wichtigsten Entwicklungen kommen vor allem aus den USA, Australien und UK. In Dänemark scheint auch einiges los zu sein. Deutschland war diesmal mit eSciDoc (Karlsruhe+MPDL) präsent.
  • Um ein größeres Repository aufzubauen, wurde die auf Erfahrung beruhende Aufwandsschätzung von 50 Mann/Frau-Jahren genannt.
  • Die “Großen” riechen Lunte und engagieren sich zunehmend:
  • Motivationen für den Aufbau eines Reps: Archivierung, Veröffentlichung, Werbung (für Uni u.ä.), Erstellung von Metriken (Citation usw.), Neuerfindung von Universitätsverlagen, neue Geschäftsprozesse.
  • Die große Schwierigkeit: Wie Daten in’s Reps bringen (politische und technische Aspekte) – a) per Gesetzt digitale Veröffentlichung von Dissertationen u.ä. erzwingen, b) Textmining . Der Trend geht dahin vorhandene, dem User gewohnte Tools und Standards zu nutzen: also bspw. Word, Atom-Protokoll… Zu technischen Fragen siehe auch Breaking the Repository Ingest Barrier.
  • SWORD – lightweight protocol für Ingest (Speicherung und Einbringen) – als ein Profil des ATOM Publishing Protokolls
  • Natürlich war und ist, wie nicht anders zu erwarten: “Wie verbinde ich den ganzen Kram mit Web2.0 zu Open Repositories 2.0?” ein zentrales Thema.
  • Wie Daten verwaltbar aufbereiten und speichern, wie austauschbar machen zwischen unterschiedlichen Repositories?
  • Textmining wird zunehmend an Bedeutung gewinnen.
  • Woher sollen semantische Informationen zu den Objekten kommen? vom Verlag, von Bibliothekaren, ( von Nutzern, vom Autor ?)
  • Auf Spezialgebieten sind schon beeindruckende Resultate erzielt worden wie bspw. CrystalEyefür Analyse chemischer Verbindungen zeigt, hier werden automatisch Daten aus heterogenen Quellen gesammelt und ausgewertet, enthaltene Beschreibungen von neuen chem. Verbindungen werden extrahiert und visuell als auch als Formel dargestellt. Die Verweise auf die Quellen gesammelt. (siehe auch Session 4b – Scientific Repositories )
  • Ein wichtiges Thema ist das sog. cross-repository browsing, also das Suchen in unterschiedlichen Reps unter einer Oberfläche. Ähnlich einem Portal für Z3950-Kataloge. Hier wurde richtags( Vortrag: Rich Tags: Cross-Repository Browsing) vorgestellt, mit einem, wie ich finde, beachtenswerten User-Interface.
  •  NCore von Cornell ist der Konkurrent zu eSciDoc auf dem Markt, ist OpenSource und basiert auch auf Fedora, einige bemerkenswerte Features, und  praktisch in größeren Maßstäben erprobt. (Vortrag: The NCore Platform: An Open-Source Suite of Tools and Services for Implementing Digital Libraries), die komplette Vergleichsmatrix zu erstellen ist sicher ein Projektchen für sich, nur ein Fakt: eSciDoc unterstützt Publikations-Workflows, was bei NCore nicht der Fall ist.
  • Mittlerweile haben sich abhängig vom gewählten Basis-Softwaresystem unterschiedliche Nutzergruppen innerhalb der Reps-Landschaft herausgebildet. Also gab es für  Fedora, DSpace und und EPrints jeweils parallele Tagesveranstaltungen: Subject: User Groups
  • Erwähnenswert ist die neue OAI-ORE ( Object Reuse and Exchange (OAI-ORE) ) Initiative (extra Veranstaltung am Freitag, da saß ich aber leider schon im Flugzeug): http://www.openarchives.org/ore/ - eine Art Austauschprotokoll, um Informationen über Digitale Objekte zwischen verteilten Reps auszutauschen

… so, das soll’s erstmal sein hier. Mehr zu lesen, hat sowieso niemand die Zeit … und auch bis hierher werden es die Wenigsten geschafft haben … ist ja auch im Augenblick noch ziemlich “nerdy”. Insgesamt eine interessante und bewegte Veranstaltung, die den Eindruck bestätigt, dass um wirklich aktiv an der neuen Welt der Digitalen Objekte teilzunehmen, es einer größeren Investition bzw. Commitments bedarf.